Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und Sozialen Beziehungen (BAAM® und BAAM® online)

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BAAM® ist ein in mittlerweile rund 100 Unternehmen und anderen Organisationen eingesetztes dreistufiges Verfahren, welches auf die Ermittlung und den Abbau psychischer Fehlbelastungen zielt.
Die Erstanalyse von Belastungsschwerpunkten erfolgt mit einem Fragebogen, der immer an die Bedürfnisse des Auftraggebers angepasst wird.
Mit dem Fragebogen wird ermittelt, welche Belastungen im Betrieb oder Arbeitsbereich auftreten. Der Fragebogen umfasst bis zu 10 Einzelbögen:

  • Angaben zum Arbeitsplatz und zur Person (bereichs- bzw. tätigkeitsspezifisch)
  • Beurteilung der Arbeitsinhalte, der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel
  • Beurteilung der Arbeitsorganisation
  • Beurteilung der Mitarbeiterführung und der sozialen Beziehungen
  • Beurteilung der Arbeit mit Kunden, Patienten, Bewohnern (je nach Tätigkeit)
  • Beurteilung der Software-Ergonomie (an Bildschirmarbeitsplätzen)
  • Beurteilung der Zielvereinbarungen (wenn vorhanden)
  • Beurteilung der Unternehmenskultur und von Veränderungsprozessen
  • Angaben zu gesundheitlichen Beschwerden
  • Besonders belastende und entlastende arbeitsbezogene Faktoren (offene Fragen)

Ein spezieller Fragebogen kann zusätzlich an Führungskräfte ausgegeben werden, damit diese Ihre Arbeitssituation als Führungskraft bewerten können.

Die Beurteilungsbögen enthalten positive Aussagen über arbeitswissenschaftlich relevante Kriterien der Arbeitsgestaltung (Beispiel: "Meine Arbeitsaufgaben sind mir klar").

In einem ersten Schritt bewerten die Befragten, ob die jeweilige Aussage zutrifft oder nicht zutrifft.

In einem zweiten und dritten Schritt werden die Befragten gebeten zu beurteilen, ob sie dieser Umstand belastet und die Erledigung der Aufgaben erschwert, oder ob das nicht der Fall ist. Denn auch Arbeitsmerkmale, die unter arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten positiv gestaltet sein mögen, können unter Umständen belastend wirken.

Die Befragung kann in Papierform oder online erfolgen.

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Von Fragebogenergebnissen zu Maßnahmen:

Diejenigen Kriterien, die von einem großen Anteil der Befragten als kritisch eingestuft werden, bilden die Grundlage für die Detailanalyse von Schwerpunktbelastungen. Eine Gruppe von in der Regel sechs bis zwölf Mitarbeitern einer Hierarchiestufe geht diesen Belastungen unter Anleitung eines Moderators auf den Grund und entwickelt Lösungsideen zum Abbau belastender Bedingungen. Die Erfahrungen zeigen, dass in dieser vier- bis sechsstündigen Sitzung eine Vielzahl konstruktiver Ideen entwickelt werden, die dann den Entscheidungsträgern zum Maßnahmenentscheid vorgelegt werden.

In einem Steuerungskreis, der sich aus entscheidungsbefugten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sowie aus betrieblichen Fachexperten zusammensetzt, erfolgt die abschließende Beurteilung von Gefährdungen und Fehl-Belastungen. Ein verbindlicher Maßnahmenplan zur Reduzierung psychischer Belastungen bzw. zur Stärkung gesundheitsförderlicher Faktoren sowie die Art und Weise der Wirksamkeitsüberprüfung werden entwickelt und verabschiedet.

Die Beteiligung der Mitarbeiter, die Transparenz des Verfahrens und bewährte Verfahrensregeln (Mitbestimmung des BR/PR, Datenschutz, Verbindlichkeit, Information der Führungskräfte und Mitarbeiter) sichern eine hohe Akzeptanz im Betrieb sowie passgenaue Maßnahmen, die an den Verbesserungspotenzialen im Arbeitsbereich ansetzen.

BAAM ist einzeln oder in Kombination mit Expertenverfahren zur Ermittlung psychischer Belastungen einsetzbar und kann nach Einweisung auch ohne externe Unterstützung durchgeführt werden.

Hier können Sie sich unsere Flyer zum BAAM-Verfahren, zu BAAM Online, einen Foliensatz mit weiteren Informationen zu BAAM und den BAAM-Fragebogen herunterladen 

Vorhandene Mitarbeiterbefragungen können unter Umständen den BAAM-Fragebogen ersetzen und als Basis für die BAAM-Detailanalyse genutzt werden. 

Ansprechpartner: Robert SchleicherJürgen Voß, Kerstin Pasucha 

BAAM ist Bestandteil der von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) entwickelten "Toolbox Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen" (S. 91-94).

BAAM ist ein Ergebnis des europäischen ADAPT-Projektes "Health and Safety at Work and Organizational and Personnel Development", das mit Mitteln des ESF und des Landes NRW gefördert wurde.

Aktuelle wissenschaftliche Literatur zu BAAM:

Hussain, Katharina: Die Erfassung psychischer Belastungen von Führungskräften mithilfe der BAuA-Toolbox - die Handlungshilfe auf dem Prüfstand. Bachelorarbeit im Studiengang Gesundheitswissenschaften, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Juli 2013. Link zum Volltext...